Gegen Fluglärm demonstrierende Menschen. Foto: okalinichenko | Fotolia.com

100. Montagsdemo am Frankfurter Flughafen: Gegen Fluglärm und für die Gesundheit - Kostenloser Shuttle-Bus zur Demo

Seit über zwei Jahren protestieren engagierte und vom Fluglärm geplagte Bürgerinnen und Bürger am Frankfurter Flughafen. Was am 14. November 2011 mit der ersten Montagsdemo begann, jährt sich am 19. Mai 2014 um 18 Uhr bereits zum einhundertsten mal.

Die Ziele der Demonstranten sind klar. Gegen den Flughafen als solchen ist niemand. Vielmehr richten sich die Forderungen auf mehr Rücksichtnahme gegenüber den Menschen im Ballungsgebiet Rhein-Main. Hieraus leiten sich schließlich alle Erfordernisse ab, die gegenüber dem Flughafenbetreiber Fraport, der Deutschen Flugsicherung und der hessischen Landesregierung geltend gemacht werden. 

Da durch mehrere Studien mittlerweile belegt ist, dass insbesondere nächtlicher Fluglärm zu ernsthaften Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann, gehört u.a. ein vollständiges Nachtflugverbot in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr zum absoluten Muss. Darüber hinaus wird verlangt, die Flugbewegungen auf ein raumverträgliches Maß von 350.000 zu reduzieren, was alleine durch den Wegfall vieler innerdeutscher Flüge realisiert werden könnte. Letztendlich wird von Fraport ein klares Nein zum weiteren Ausbau des Flughafens gefordert. 

           

Bus zur Montagsdemo:

Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm stellt einen kostenlosen Bus-Shuttle zum Frankfurter Flughafen zur Verfügung. Der Bus startet um 16:45 Uhr am Bahnhof Nieder-Olm (Ludwig-Eckes-Allee). Um 17:00  Uhr kann an der Bushaltestelle Elxlebener Platz in Klein-Winterheim zugestiegen werden. Die Rückkehr in die VG wird gegen 20:00 Uhr erfolgen. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 12. Mai 2014 beim Fluglärmbeauftragten Bernd-Olaf Hagedorn anzumelden. Eine Nachricht mit Namen und Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter unter 06136 / 69238 oder ein E-Mail an genügt.


             

Mit den Grundzielen der Fluglärmgegner stimmt auch der Rat der Verbandsgemeinde Nieder-Olm überein. „In diesem Jahr haben wir eine Resolution gefasst, um steigenden Fluglärm abzuwenden“, sagt Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Auch Erwin Malkmus, Erster Beigeordneter, sieht die Lebensqualität aufgrund des steigenden Lärms sinken: „Wer möchte schon rund um die Uhr beschallt werden?“, fragt er. 

Die Tatsache, dass Fraport mehr als die Hälfte seines Gewinns durch Vermietungen und Duty-Free-Shops erzielt, zeigt, dass hier etwas im Argen liegt. Zu Lasten der Bevölkerung wird durch einen hohen Anteil an reinen Umsteigern – dieser liegt bei über 50 % - versucht, Profit zu erwirtschaften. 

„Die große Masse an Passagieren steigt in Frankfurt nur kurz aus, kauft ein und fliegt weiter, ohne dass umliegende Kommunen einen Vorteil davon hätten“, so Spiegler. Nutznießer dieser modernen „Kaffeefahrt“, bei der Kunden aus aller Welt angeflogen würden, um im Flughafen zu shoppen, sei fast ausschließlich Fraport. Gerade die immer wieder zitierte Geschichte vom Jobmotor der Region sei überzogen. Sicherlich habe der Flughafen einen hohen Stellenwert als Arbeitgeber, jedoch seien im Gegensatz zu den Versprechungen vor Eröffnung der Nordwest-Landebahn nur wenige Arbeitsplätze entstanden. Viele davon seien zudem im Niedriglohnsektor angesiedelt. 

„Es wird Zeit, dass das hohe Gut der Gesundheit endlich über die wirtschaftlichen Interessen von wenigen Unternehmen gestellt wird“, sagt Erwin Malkmus. Dies zu erreichen, sei Ziel der Montagsdemonstranten, die sich wöchentlich im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zusammenfinden. „Und genau dieses Ziel muss unterstützt werden“, so Ralph Spiegler.

Foto: okalinichenko | Fotolia.com
05. Mai 2014

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