Die originale Kamera von Rudi Klos.

Ausstellung mit Fotos von Rudi Klos: Eine Reise in die Nieder-Olmer Vergangenheit

So voll war das Foyer selten bei einer Vernissage. Verbandsbürgermeister Ralph Spiegler begrüßte viele Neu- und Altbürger in seinem Rathaus zu einer für die Nieder-Olmer Stadtgeschichte außergewöhnlichen Schau mit Fotografien des Nieder-Olmer Fotografen Rudi Klos, der 40 Jahre Mitarbeiter der Allgemeinen Zeitung war und damit zum Chronisten der Nachkriegszeit in Nieder-Olm wurde.  Vor drei Jahren wurde deshalb bereits einen Straße im Neubaugebiet Weinberg IV nach ihm benannt.

„Einen wahren Schatz haben Sie uns überlassen“, sagte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl und dankte den Kindern von Klos, die den Nachlass ihres 1995 gestorbenen Vaters im Sommer der Nieder-Olmer IG Geschichte überlassen haben. Aus den Hunderten von Bildern hat der Kunstverein Glockwerk nun eine feine Auswahl ins Rathausfoyer gebracht.

Zu sehen ist auf den Bildern ein Nieder-Olm, das faktisch noch gar nicht so lange her ist. Inhaltlich sind es dagegen Welten: Die Fotografien erzählen Geschichten aus dem Dorf der 50er-, 60er- und 70er-Jahren, am Vorabend der Entwicklung, die es zum Städtchen heutiger Prägung werden ließ – mit Kindern auf Milchkannen, Schafen auf Alleestraßen, Wäscheleinen am Straßenrand.

Stadtbürgermeister Dieter Kuhl (rechts) und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ralph Spiegler beim Betrachten der BilderStadtbürgermeister Dieter Kuhl (rechts) und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ralph Spiegler beim Betrachten der Bilder

Für alte Nieder-Olmer ist der Besuch der Ausstellung eine Reise in die Vergangenheit, gibt es doch viele Gesichter aus alten Tagen zu entdecken. Für viele ein faszinierendes Erlebnis. „Wo bin ich? Wo ist der Papa? Wo ist der Opa?“, waren laut Verbandsbürgermeister Ralph Spiegler häufig gestellte Fragen bei der Ausstellungseröffnung. Aber auch für Neubürger ist die Schau ein Muss: „Grandios die Straßenansichten, historische Gebäude, Hofgut, die Kirchen, die Landschaften“, sagte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl. „Rudi Klos hatte ein Gespür dafür, dass sich die Zeiten nach den schweren Zeiten des Wiederaufbaus, der harten Nachkriegszeit rasant ändern werden.“

Geboren wurde Klos 1927, zunächst machte er eine Schreinerlehre, entdeckte die Fotografie aber schon früh als Hobby. 1948 veröffentlichte die AZ dann das erste Bild von ihm: In Nieder-Olm war ein Pferd durch Bohlen in eine Baugrube gefallen, die Rettungsaktion bannte Klos auf Film. Daran erinnerte Kuhl in seiner Laudatio – und Klos-Sohn Rudolf, präsentierte dazu die Kamera aus dem Jahre 1948. „Wir haben lange überlegt, was wir mit dem Schatz machen, den wir im Keller hatten“, sagte er auch im Namen seiner Schwestern Ursula Fischer und Gertrud Hellack. „Jetzt weiß ich, wir haben den richtigen Weg gefunden.“

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 20. November, zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Text: Stadt Nieder-Olm | Bardo Faust
04. November 2015

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