Und sie bewegt dich doch!

Und sie bewegt dich noch! Ein Bühnenstück zum Hüsch-Jahr 2015

Autor Jürgen Kessler erinnert mit seinem Buch/Stück "Und sie bewegt dich noch!" an den im Dezember 2005 verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Aufgeführt wird es am 27. September um 17 Uhr im Nieder-Olmer Rathaus.

Mehr als vierzig Jahre verbrachte der unvergessene „Poet der kritischen Phantasie“ in Mainz, wo er seine Familie gegründet hatte, bevor es ihn nach dem Tode seiner Frau Marianne einer neuen Liebe wegen nach Köln zog. Der große Kleinkünstler wäre am 6. Mai 2015 neunzig Jahre alt geworden.

Und sie bewegt dich doch.Holk Freytag, Regisseur und langjähriger Intendant, ebenso lange wie Kessler mit Hüsch befreundet, inszeniert das Stück, in dem Irmgard Haub als Dialogpartnerin und Sängerin mehrfach zu hören ist, begleitet von Johannes Reinig am Klavier. Freytag mimt den Hüsch, Kessler dessen Agenten, welcher im wirklichen Leben er über drei Jahrzehnte lang war. 

Die Sprecher schwelgen zunächst in Erinnerungen, vom Blatt ablesend wie Hüsch selbst auch, aber fast so theatermäßig wie das Vorbild, damit es für den Betrachter über das Erlebnis der szenischen Lesung hinaus lebendig wirkt. Auf diese Weise erfährt man wie in einem Zeitraffer das, was Hüschs Leben und Wirken zwischen 1925, seiner Geburt in Moers, und 1998, dem Jahr, ab dem Hüsch mit dem Befund "Lungenkrebs" leben musste, bis zuletzt ausmachte. 

Eine Hommage an den Menschenfreund vom Niederrhein, dessen tiefe, kritische Beobachtungen Kessler im zweiten Teil des Stückes unter dem Titel „Traktat“ am Ende fortzuschreiben versucht, als wär‘s ein Stück von Hüsch heute. Dabei stützt er sich  gleichermaßen auf zeitlose Poesie wie kritische Gedanken aus dessen Programm UND SIE BEWEGT MICH DOCH! des Entstehungsjahres 1984, welches Hüsch selbst als seine letzte geschlossene gesellschaftliche Auseinandersetzung, seine beste kleinkunstphilo-sophische Arbeit bezeichnete. 

Die neue Hausproduktion des Deutschen Kabarettarchivs wird mit Wortbeiträgen und Grüßen an den unsterblichen Jubilar ergänzt. Als O-Töne eingespielt, hört man von einer alten Liebe aus Berlin, von Ottfried Fischer und Renate, der Witwe Dieter Hildebrandts. 

Karten für die Veranstaltung sind im Bürgerbüro der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und an der Abendkasse erhältlich. Das Ticket kostet 15 EUR.

07. September 2015

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