Symbolbild für umweltfreundliche Energie.

Neues Projekt „Wohnscouts“ für Geflüchtete in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm

Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm hat jüngst das Projekt "Wohnscouts" ins Leben gerufen. Unter Betreuung von Tatiana Herda Muñoz, Klimaschutzmanagerin der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, erhalten Flüchtlinge in Workshops Tipps und Tricks rund um das Thema "Wohnen".

"Ein neues Lebensumfeld bringt meist auch neue gesellschaftliche Regeln mit sich, die nirgends festgelegt sind, aber dennoch eine wichtige Rolle spielen", sagt Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Damit besonders zu kämpfen hätten die vielen Geflüchteten.

"Lüftungsverhalten, Mülltrennung oder der persönliche Wasserverbrauch, das alles sind Dinge, die für uns selbstverständlich erscheinen. In vielen Herkunftsländern hat dies jedoch aus unterschiedlichen Gründen meist kein Gewicht", sagt der Erste Beigeordnete Erwin Malkmus. 

Herda Muñoz ergänzt, dass dies u.a. der Tatsache geschuldet ist, dass es dort Heizungen, wie sie hierzulande Standard sind, oft nicht gebe. Auch seien Energiekosten für Strom und Diesel teilweise so günstig, dass kein Wert auf einen sparsamen Verbrauch gelegt wird.

In einer ersten Phase des Wohn-Scout-Projekts geht es darum, den Flüchtlingen die wesentlichen Grundzüge umweltfreundlichen und sparsamen Verbrauch von Ressourcen näherzubringen.  Damit sollen die Ausgaben der Kommune, welche in der ersten Integrationsphase die Wohnkosten trägt, reduziert und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Darüber hinaus trage der in Deutschland übliche Umgang mit der eigenen Wohnung und allem was dazu gehört, zur Integration in die jeweilige Nachbarschaft und Dorfgemeinschaft bei, weiß Herda Muñoz. Sekundärkosten z.B. durch verschimmelte Wohnungen oder Beschwerden durch Geruchsbelästigungen, etwa durch nicht entsorgten Müll, würden außerdem bereits frühzeitig vermieden.

Ziel ist es, die Geflüchteten selbst zu sogenannten „Wohn-Scouts“ auszubilden. Diese werden als kommunale Berater in Wohnungen Geflüchteter versendet, so dass sie wiederum anderen „Neuankömmlingen“ die Regeln und Hinweise rund um das Thema Wohnen vermitteln können. Ein ähnlicher kultureller Hintergrund und die gleiche Muttersprache seien bei der Vermittlung und der Akzeptanz des Gegenübers nämlich von entscheidender Bedeutung. 

Damit geht ein weiterer positiver Effekt einher: Menschen, für die es oft schwierig ist, einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, werden in entsprechenden Trainings ausgebildet. Sie erfahren Wertschätzung durch das Ausüben einer sinnvollen Tätigkeit und das Leisten eines gesellschaftlichen Beitrags. Auch ein Modul zum Thema Arbeitskultur ist Teil der Ausbildung. Durch ihren Einsatz für die Kommune lernen sie in einem geschützten Raum die ungeschriebenen Regeln des deutschen Arbeitsmarktes. 

Das Projekt "Wohn-Scouts" wird gemeinsam mit der beratenden Unterstützung des Social Impact Labs Frankfurt und der KfW Stiftung im Rahmen des Stipendiaten-Programms „AndersGründer“ durchgeführt. In diesem Projekt werden Klimaschutz und Integration vereint und damit das Lebensumfeld in Deutschland nachhaltig mitgestaltet.

Foto: electriceye | fotolia.com
21. Dezember 2016

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