Terre des Femmes Fahnenaktion

TERRE DES FEMMES Fahnenaktion 2016: Ein selbstbestimmtes Leben für alle Frauen!

Heike Schubert, Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, beteiligt sich am 25. November erneut an der Fahnenaktion der Organisation „Terre des Femmes“, welche sich weltweit für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt. Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne ist das Motto: „Tür auf!“ Hier setzen die Beteiligten ein deutliches Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben aller Frauen.

In Europa hat jede dritte Frau bereits physische oder sexualisierte Gewalt erlebt – auch in Deutschland. Diese Gewalt findet in der Regel nicht auf der Straße statt, sondern im eigenen Zuhause. Die Täter: der eigene Mann, der eigene Vater oder ein guter Bekannter.

Schutz finden viele der betroffenen Frauen nur, wenn sie aus ihrer eigenen Wohnung fliehen – zu Verwandten, Freunden oder in ein Frauenhaus. Doch nicht immer steht ihnen diese Tür offen; allzu häufig müssen Frauen abgewiesen werden, weil das Frauenhaus belegt oder die Finanzierung nicht gesichert ist.

Die Gleichstellungsbeauftragten Nicole Bernard, Verbandsgemeinde Rhein-Selz, Ariane Schmitt VG Bodenheim, Heike Schubert VG Nieder-OlmBundesweit gibt es ca. 390 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen mit rund 6.800 Plätzen für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder. Im Jahr 2011 mussten jedoch laut Bericht der Bundesregierung über 9.000 Frauen abgewiesen werden. Viele der Zufluchtsstätten müssen jedes Jahr wieder um das finanzielle Überleben kämpfen. Eine gesicherte und bundesweit einheitliche Finanzierung gibt es nicht, sondern es besteht ein Flickenteppich aus Zuständigkeiten. Dabei hat sich Deutschland nicht nur in seinem Grundgesetz, sondern auch in menschenrechtlichen Abkommen dazu verpflichtet, Frauen vor Gewalt zu schützen. Diesen Verpflichtungen muss Deutschland stärker nachkommen. Daher fordern wir: Tür auf! Für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind. Es müssen Schutzräume zur Verfügung stehen – egal welcher Herkunft die Frauen sind und welchen Status sie haben. Auch ein ausreichendes  Angebot von barrierefreien Plätzen sollte geschaffen werden. Wichtig ist zudem die Finanzierung von Sprach- und Dolmetscherleistungen und eine tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiterinnen und ausreichende personelle und sächliche Ausstattung sind von Nöten. Darüber hinaus sollte eine bundesweite Rechtsgrundlage, die eine pauschale, kosten- und flächendeckende sowie stabile Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten sicherstellt, geschaffen werden. Deutschland sollte als ein wohlhabendes Land Frauen Schutz bieten und genügend Frauenhausplätze zur Verfügung stellen. Das hier ein dringender Handlungsbedarf besteht, hat  die Bundesregierung in ihrem „Bericht zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder“ bereits 2012 selbst festgestellt.

Rund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“, setzt TERRE DES FEMMES mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen. Auch die Verbandsgemeinde Nieder-Olm unterstützt dieses wichtige Thema und zeigt Flagge! Nähere Infos hierzu finden Sie im Internet unter www.frauenrechte.de.

25. November 2016

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