Willkommen in verschiedenen Sprachen. Foto: Jérôme Rommé | fotolia.com

Flüchtlinge integrieren: Ortrud Hamm ist Integrationsmanagerin

Rund 400 Geflüchtete leben aktuell in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, davon ca. 260 in 70 von der Verwaltung angemieteten Wohneinheiten. Damit den Menschen ein guter Start und die Integration bestmöglich gelingen, werden sie seit etwa einem Monat von der neuen Integrationsmanagerin Ortrud Hamm betreut.

"Ich möchte eine Willkommenskultur schaffen und den Menschen helfen, sich in den Alltag einzufinden", sagt Hamm. Hilfe sei oft schon bei ganz profanen Dingen notwendig: Wo kaufe ich Lebensmittel? Wie komme ich an Kleidung? Wie kann ich meine Bankgeschäfte regeln? Und was muss ich auf welcher Behörde regeln?

Für die ausgebildete Sozialpädagogin Ortrud Hamm ist Bildung der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb sei es notwendig, schon frühzeitig innerhalb der Familie zu helfen, damit die Kinder in Kindergarten und Schule Fuß fassen könnten. Die Erfahrung zeige, dass Kinder sehr schnell ankämen in Deutschland und schon nach einem halben Jahr die Sprache so gut beherrschten, um als Dolmetscher für die Eltern zu fungieren.

Ortrud Hamm (Mitte) hat am 1. September ihre neue Stelle als Integrationsmanagerin angetreten. Bürgermeister Ralph Spiegler (rechts) und der Erste Beigeordnete Erwin Malkmus (links) heißen sie herzlich willkommen.
Ortrud Hamm (Mitte) hat am 1. September ihre neue Stelle als Integrationsmanagerin angetreten. Bürgermeister Ralph Spiegler (rechts) und der Erste Beigeordnete Erwin Malkmus (links) heißen sie herzlich willkommen.

Hamm hat diese positive Erkenntnis bereits bei ihrer vorherigen Tätigkeit bei der Verbandsgemeinde Alzey-Land gewonnen, wo sie ebenfalls für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig war.

Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, sieht in der Integrationsarbeit den Schlüssel zu einem dauerhaft funktionierenden Zusammenleben. "Es ist wichtig, den Menschen Hilfe anzubieten, damit sie hier ankommen und anerkannter Teil der Gesellschaft werden können", so Spiegler. Es sei wichtig, die Fehler der Vergangenheit, zum Beispiel bei der Ankunft der Gastarbeiter in den 60er Jahren oder der Balkanflüchtlinge Anfang der 90er, nicht zu wiederholen: "Damals hat man es versäumt richtige Integrationsarbeit zu leisten."

Dies ist heute anders. Mit Ortrud Hamm hat die Verbandsgemeinde Nieder-Olm eine Integrationsmanagerin eingestellt, die sich persönlich um die Belange der Menschen kümmern wird. Aber auch Hilfe für die vielen ehrenamtliche Helfer gehört zu ihren Aufgaben. Hamm möchte in runden Tischen und Workshops ihre Unterstützung anbieten, denn zahlreiche Freiwillige seien höchst engagiert und es bestehe stets die Gefahr, dass diese irgendwann ausgebrannt seien.

"Genau das soll verhindert werden, denn Integration funktioniert nur, wenn sie von vielen Seiten getragen wird, so wie das bei uns zum Glück der Fall ist", sagt Ralph Spiegler.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt aus Mitteln der Integrationspauschale des Bundes. Über eine halbe Million Euro stehen bis 2018 heraus zur Verfügung. Dass es auch danach weiter geht, hofft Bürgermeister Spiegler, denn die Integration müsse auf Dauer angelegt sein, damit sie auch wirklich erfolgreich ist.

Titelfoto: Jérôme Rommé | fotolia.com
4. Oktober 2017

Kommentar verfassen
Es sind noch keine Kommentare vorhanden.
Anschrift:
Verbandsgemeinde
Nieder-Olm
Pariser Straße 110
55268 Nieder-Olm