Abflugtafel in einem Flughafen. Foto: Peter Atkins | Fotolia.com

Fluglärm: Keine Entlastung für Rheinhessen – mehr Lärm durch Billigflieger

Der jetzt vorliegende Schallschutzbericht der Fraport für den Sommerflugplan 2016 zeigt für den Fluglärmbeauftragten der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Bernd-Olaf Hagedorn, dass alle Maßnahmen des aktiven Schallschutzes nicht ausreichen, um eine echte Entlastung für die Flughafenanwohner zu erreichen.

Die Zahl der Flugbewegungen ist im Sommer 2016 – also in der verkehrsreichsten Jahreszeit - noch einmal um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Trotzdem verzeichneten die 28 Messstationen der Fraport, die allesamt direkt im Flughafenumfeld in Hessen liegen, im Sommer 2016 keine Verringerung der Lärmwerte - im Gegenteil: bei fünf Messstationen kam es sogar zu einer leichten Erhöhung.

Im ganzen Jahr 2016 sank die Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Frankfurt nach den Aufzeichnungen des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD) auf gut 455.000 nach knapp 465.000 im Jahr 2015. Die Region Rheinhessen hat davon leider nicht profitiert. Die Fluglärmmessstation des DFLD in Ober-Olm hat 2016 insgesamt 33.284 Flugbewegungen aufgezeichnet. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber 32.678 in 2015. Das Wachstum erfolgte fatalerweise überwiegend am Tagesrand und in der Nacht zwischen 23:00 und 05:00 Uhr. Am Tagesrand stieg die Zahl der Flugbewegungen um 775 auf 7.036 an. In der Nacht war ein Anstieg von 172 auf 217 Flüge im ganzen Jahr 2016 zu verzeichnen. Die weitaus größte Zahl der Flugbewegungen entsteht bei Ostwind-Landungen. Die Fluglärm-Messstation Zornheim, die überwiegend die bei Westwind genutzte Südumfliegung erfasst, verzeichnete insgesamt 1.587 Flugbewegungen in 2016 und damit 290 weniger als im Vorjahr.

Die Anwerbung von Billigfliegern durch die Fraport wird nach Einschätzung des Fluglärmbeauftragten die Tendenz zu einer Zunahme der Flugbewegungen am Tagesrand verschärfen. Ryanair und Co erwirtschaften ihre Gewinne neben Lohn-Dumping u.a. durch eine große Anzahl von Flügen am Tag, die auch in Frankfurt nur durch Starts und Landungen am frühen Morgen und am späten Abend zu erreichen sein wird.

„Fraport verschärft mit den Gebührenvergünstigungen für Billigflieger den Dauerkonflikt mit den Bürgerinnen und Bürgern, die rund um den Flughafen leben. Flugverkehr wird künstlich von anderen Flughäfen abgeworben, anstatt durch eine echte Reduzierung der Flugbewegungen die Belastungen für die Anwohner zu verringern. Auch die Zahl der Kurzstreckenflüge ist immer noch viel zu hoch“, kritisieren Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Ralph Spiegler, und der 1. Beigeordnete Erwin Malkmus.

Text: Bernd-Olaf Hagedorn
Foto: Peter Atkins | Fotolia.com
24. April 2017

Kommentar verfassen
No comments available.
Anschrift:
Verbandsgemeinde
Nieder-Olm
Pariser Straße 110
55268 Nieder-Olm
Cookies optimise the provision of our services. By using our services you agree that we use cookies.
Einverstanden