Flugrouten. Foto: stock.adobe.com | inueng

Einseitige Fluglärmverlagerung nach Rheinhessen

Auf scharfen Protest der Verbandgemeinde Nieder-Olm stoßen Pläne der Deutschen Flugsicherung (DFS), im Probebetrieb weiteren Flugverkehr über die Südumfliegung zu führen. „Weiteren Flugverkehr einseitig nach Rheinhessen zu verlagern, ist nicht akzeptabel“, kritisieren Bürgermeister Ralph Spiegler und die Erste Beigeordnete Doris Leininger-Rill.

Die DFS hatte in der Fluglärmkommission am 4. Dezember Vorhaben für einen Probeflugbetrieb vor Beginn des Sommerflugplanes 2020 vorgestellt. Danach sollen bei Westwind Kapazitätserweiterungen getestet werden. Im Anflug wird die Wiedereinführung des Reißverschlussverfahrens bei Landungen auf der mittleren und der südlichen Landebahn versucht. Starts von den beiden Bahnen sollen komplett über die Südumfliegung abgewickelt und die alten Nordwestabflüge überhaupt nicht mehr genutzt werden. 

Die Komplexität im Frankfurter Luftraum wird durch weitere Kreuzungen von an- und abfliegenden Flugzeugen weiter erhöht. Damit steigen auch die Risiken für die Luftsicherheit analysiert der Fluglärmbeauftragte Bernd-Olaf Hagedorn. Der Probeflugbetrieb sei ein Schönwetterprogramm, das bei schlechtem Wetter zwangsläufig zu Verspätungen und Nachtflügen führen würde, befürchtet Hagedorn. 

Kapazitätssteigerungen und die einseitige Verlagerung von Fluglärm nach Rheinhessen bedeuten eine weitere Zunahme von Fluglärm. „Das ist genau der falsche Weg. Stattdessen müssen Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagert und Anreize für Billigflieger zurück genommen werden“, unterstreichen Spiegler, Leininger-Rill und Hagedorn.

Foto: stock.adobe.com | inueng
Text: Bernd-Olaf Hagedorn
9. Dezember 2019

Kommentar verfassen
No comments available.
Cookies optimise the provision of our services. By using our services you agree that we use cookies.
Einverstanden