Flugzeug fliegt über Frankfurt am Main. Foto: stock.adobe.com | Eisenhans

Fraport bestätigt Zunahme von Fluglärm

Der Fluglärm hat 2018 deutlich zugenommen. Das bestätigt der Monitoring-Bericht zur Lärmobergrenze, den das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), ohne weitere Information der Öffentlichkeit, auf seine Internetseite gestellt hat.

Die Flächen, die mit mindestens 55 bzw. 60 Dezibel Fluglärm belastet sind, sind gegenüber dem Vorjahr kräftig gewachsen. Das höchstbelastete Fluglärm-Gebiet hat sich von 6.911 Hektar 2017 auf 7.176 Hektar in 2018 vergrößert, das hochbelastete Gebiet von 16.955 auf 17.582 Hektar. 

Grund für die Zunahme ist ein Anwachsen der Flugbewegungen von 2017 auf 2018 um 7,3 Prozent. Bewertet wurden die Flugbewegungen zwischen 06:00 und 22:00 Uhr in den sechs verkehrsreichsten Monaten (Mai bis Oktober) auf dem Flughafen Frankfurt. Nach Einschätzung des Fluglärmbeauftragten Bernd-Olaf Hagedorn ist das noch nicht die ganze Wahrheit, weil das Ansteigen der Nachtflüge nicht mit einbezogen wurde. 

Der Bericht wurde von der Fraport erstellt und gemeinsam von HMWEVW, Board of Airline Representatives in Germany (BARIG), Condor, Forum Flughafen und Region sowie Lufthansa veröffentlicht. 

Die von den genannten beteiligten vereinbarte Lärmobergrenze wurde damit nicht erreicht, so dass die Lärmobergrenze trotz steigendem Fluglärm wirkungslos geblieben ist.

„Wenn es sogar nach Fraport-Daten rund um den Flughafen lauter geworden ist, ist auch Rheinhessen nicht verschont geblieben“, kommentiert Hagedorn. 

Das wird auch durch die Daten der Fluglärmmessstation des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD) in Ober-Olm unterstrichen. Der Jahres-Durchschnitts-Dauerschallpegel ist von 51,1 Dezibel in 2017 auf 52,9 Dezibel in 2018 angestiegen. Die Werte liegen damit weit über den 2018 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heraus gegebenen Leitlinien für Umgebungslärm, u.a. für Fluglärm. Die Leitlinien empfehlen den Fluglärm tagsüber auf einen Durchschnittswert von 45 Dezibel und nachts auf 40 Dezibel zu reduzieren. Über diesen Werten wird der Fluglärm als gesundheitsschädlich bewertet. 

„Der Fluglärm über der Verbandsgemeinde muss durch eine Verringerung der Starts und Landungen reduziert werden. Kurzstreckenflüge gehören auf die Bahn. Die Anreize für Billigflieger müssen zurück genommen werden“, sind sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Ralph Spiegler, die 1. Beigeordnete Doris Leininger-Rill und der Fluglärmbeauftragte einig. 

Weitergehende Infos:


Text: Bernd-Olaf Hagedorn
Foto: stock.adobe.com | Eisenhans
13. November 2019

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