Musikinstrumente.

Im Fokus: Die Musikschule - Eine musikalische Erfolgsgeschichte

Die Musikschule der Verbandsgemeinde Nieder-Olm ist eine echte Erfolgsgeschichte: Mehr als 900 Schüler werden von Schulleiter Jens Klaassen und seinem Team direkt unterrichtet. Weitere 250 kommen aus Kooperationen mit Schulen und Kitas in der Verbandsgemeinde dazu. 

„Eine gute Auslastung“, findet Jens Klaassen. Und eine gute Zwischenbilanz seiner Arbeit an der Spitze der Einrichtung – seit 2002 als Chef. Davor als Stellvertreter. „Am Anfang hatten wir knapp 600 Schüler“ erinnert er sich. Ein enormer Zuwachs – auch an Arbeit und Verantwortung. 

31 Lehrer – feste und Honorarkräfte - kümmern sich heute darum, den Schülern den Spaß an und die Möglichkeiten mit der Musik zu vermitteln. Instrumente, Sologesang, Musikschulchor – vieles ist möglich. Hauptsächlich für Kinder und Jugendliche. Aber auch für Erwachsene gibt es Angebote. „Wir unterrichten etwa 25 Instrumente“, sagt Klaassen. Darunter alle gängigen, wie etwa Gitarre, Klavier, Flöte. Nur die Harfe, die gibt es nicht in Nieder-Olm. Dafür gibt es aber eine interessante Zielsetzung des Schulleiters: „Ich möchte unsere Schüler dazu bringen, dass Musik auch in ihrem späteren Leben noch eine Rolle spielt“, sagt er. Und das gar nicht in erster Linie professionell. 

Musik soll zum Leben dazugehören

Ein Schüler der Musikschule.Im Gegenteil: Ein ehemaliger Schüler spiele beispielsweise neben seinem Beruf noch in einem klassischen Klaviertrio mit. „Einfach weil es ihm Spaß macht.“ Ein anderer schnappe sich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu Hause häufig erst mal eine halbe Stunde die E-Gitarre. Zum Stressabbau. Danach stehe er uneingeschränkt der Familie zur Verfügung. „Wenn das so klappt, dann habe ich mein Ziel erreicht“, sagt der Schulleiter, der sich natürlich dennoch freut, wenn seine ehemaligen Schützlinge professionell Musik machen. Gesangsstudenten, Musiklehrer, Orchestermusiker hätte das Team schon auf den Weg gebracht: „Der Anteil liegt hier bei etwa zwei Prozent.“ Unterrichtet wird an vielen Orten: Im Haus der Musik in der Pariser Straße in Nieder-Olm. In den Räumen der gegenüberliegenden Grundschule. Zudem in den Ganztagsschulen der VG, mit denen es Kooperationen gibt: „Die Kinder sind dann bei uns angemeldet, können aber nachmittags dort ihre Stunden nehmen.“ In Zeiten des zunehmenden Betreuungsbedarfs von Kindern sei dies der Weg in die Zukunft, die Musikstunden würden sich zunehmend dort abspielen: „Von den Eltern wird das super angenommen“, sagt Klaassen, der zudem in die Gesangsklasse im Gymnasium und in die Streicherklasse der IGS involviert ist. Zudem findet der Unterricht dezentralisiert statt, gibt es immer wieder Angebote in den einzelnen Ortsgemeinden – zum Beispiel auch in den Kindertagesstätten, in denen Eineinhalbbis Sechsjährige die musikalische Früherziehung genießen: „Für uns ist das ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, sagt Klaassen. Auch zwischen sechs und zwölf Jahren gebe es viele musikalisch aktive Kinder in der Musikschule: „In der Pubertät kommt dann leider häufig ein Bruch.“ Mit dem Angebot für Pop- und Jazzmusik versuche er aber einiges aufzufangen. So gibt es Folk-, Rock- und Ska-Bands, ein Gitarrenensemble, eine Percussiongruppe, aber auch einen Blockflötenkreis und ein Orchester.

Klassik, Pop und Jazz

Aber Pop und Jazz sind nur eine Säule des Angebots. Die andere ist die Klassik. „In der Philosophie der Musikschule sind beide Richtungen gleichwertig“, sagt er. Beides mache Spaß und auf jeden Fall sei „die Lust auf Klassik nach wie vor da.“ Klar sei aber auch, dass eine klassische Musikausbildung die Grundlage für alles Weitere sei. Die technische Basis und die Musikalität werde hier aufgebaut. Auch Notenlesen will gelernt sein. Unterrichtet wird in der Musikschule am Anfang meist in Gruppen von zwei, drei Schülern. Ab einem gewissen Level geht es dann aber entweder in einem der Ensembles oder im Einzelunterricht weiter, „da kann man dann einfach besser auf die jeweiligen Anforderungen eingehen.“

Schülerinnen und Schüler der Musikschule Nieder-Olm.Und wenn die Grundlagen dann gelegt sind, geht es ab nach draußen: „Das Vorspiel vor Publikum gehört bei uns dazu“, sagt der Schulleiter. Man wolle sich mit der Musik präsentieren um einerseits zu zeigen, was in der Musikschule geleistet wird. Andererseits aber auch, um selbstbewusste Jungs und Mädchen zu fördern. So gibt es fünf- bis sechsmal im Jahr in den Ortsgemeinden das „Junge Podium“, bei dem sich die Schüler präsentieren. Zudem wird bei der Langen Nacht der Musik Klassik, Jazz und Percussion gespielt. Beim Day of Music sind verschiedene Gruppen auf verschiedenen Nieder-Olmer Plätzen aktiv. Und auch Vereins-, Dorf- und Stadtfeste bieten immer wieder ideale Auftrittsgelegenheiten für die jungen Künstler. Zu guter Letzt tritt die Musikschule auch als Organisator von kulturellen Events auf den Plan. Die Reihe „begegnungen“ im Herbst und das „Chamber Musik Fest Rheinhessen“ im Mai haben mittlerweile ihre Stammplätze im Veranstaltungskalender der VG eingenommen: „Hier geht es um Klassik. Wir zeigen damit, dass Rheinhessen und die Verbandsgemeinde auch kulturell etwas zu bieten haben“, so Klaassen. Das sieht Bürgermeister Ralph Spiegler ganz ähnlich: „Die Musikschule ist der Kulturbotschafter der Verbandsgemeinde Nieder-Olm“, sagt er: „Über 1000 Schülerinnen und Schüler, eine Vielzahl von Veranstaltungsreihen wie "begegnungen", die „Lange Nacht der Musik" und andere sowie ein klasse Team um den Leiter Jens Klaassen machen unsere Musikschule über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus bekannt.“

DIE MUSIKSCHULE
Gegründet wurde die Musikschule 1978 durch die Gemeinde NiederOlm – damals mit etwa 300 Schülerinnen und Schülern sowie der ehrenamtlichen Betreuung durch das Volksbildungswerk. Eine hauptamtliche Leitung gibt es seit 1980, fünf Jahre später wurde die Schwelle von 500 Schülern erreicht. 1993 übernimmt die Verbandsgemeinde die Trägerschaft der Einrichtung, Jens Klaassen wird im Jahr 2002 zum Leiter ernannt, durch Kooperationen mit Schulen und Kindergärten beginnt der kontinuierliche Ausbau der Schule mit steigenden Schülerzahlen: 2007 besuchten 650 Kinder und Jugendliche die Kurse, 2012 waren es 800, 2016 dann 1150. 

Aus der Broschüre "Mitten in Rheinhessen". Kostenlos erhältlich im Rathaus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm oder online.
Text: Bardo Faust
14. Februar 2019

Kommentar verfassen
No comments available.
Cookies optimise the provision of our services. By using our services you agree that we use cookies.
Einverstanden