Historisches Gemäuer: die Burgscheune der Burg Stadeck.

Leben auf historischem Boden

Wer in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm wohnt, lebt auf historischem Boden. Funde zeigen, dass schon weit vor dem Beginn der modernen Zeitrechnung Menschen in dieser Gegend gelebt haben. Auch aus der Zeit, als die Römer in Mainz herrschten gibt es viele wertvolle Funde, vor allem in Klein-Winternheim und Ober-Olm.

Zollturm an der 11.000-Mägde-Mühle.Die Ortsgründungen gehen zumeist auf die Franken zurück, worauf die Endung „heim“ bei den vielen Namen hinweist. Die ersten urkundlichen Erwähnungen sind zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert registriert. Allerdings: Trotz der räumlichen Nähe konnte von Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit lange keine Rede sein. Die Interessen und die regionalen Ausrichtungen waren lange höchst unterschiedlich: So waren die Elsheimer eher nach Ingelheim orientiert, Nieder-Olm gehörte zum Erzbistum Mainz. Stadecken spielte mit seiner Burg als Steuereintreiber der Herren von Katzenelnbogen im hinteren Selztal lange eine ganz eigene Rolle, während die Ober- Olmer seit jeher eine der größten Gemarkungen in der Region haben.

In Essenheim wurde früh die Reformation etabliert, Jugenheim war kurzzeitig Regierungssitz des Herzogtums Nassau-Saarbrücken. In Sörgenloch herrschten verschiedene Landadelige im Schloss – unter anderem weitläufige Verwandte des Buchdruck-Erfinders Gutenberg. Und in Zornheim ist seit Ende des 18. Jahrhunderts der Universitätsfonds Mainz der größte Grundbesitzer – begünstigt vom damaligen Klarakloster, das sich aus der Gemeinde zurückzog und seine Ländereien vermachte.

Die Verwaltungsreform und die Gründung der Verbandsgemeinde Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre war aus dieser Geschichte heraus nicht unumstritten. So wollten die Essenheimer zum Beispiel lieber der Stadt Mainz zugeordnet werden. Dafür fühlte sich der heutige Mainzer Stadtteil Ebersheim eher zu Nieder-Olm hingezogen. Doch es kam wie es kam.

Und heute sind alle zufrieden, denn nichtsdestotrotz haben die Gemeinden seit Gründung der Verbandsgemeinde eine enorme Entwicklung genommen. Die örtliche Infrastruktur ist gut ausgebaut, die Gemeinden wachsen. Und sie rüsten sich für den demografischen Wandel: Barrierefreie Wohnungen werden geplant und gebaut, Seniorenheime sind wohnortnah vorhanden, Vereine und Kommunen konzipieren Freizeit- und Sportangebote für Senioren.

Bildunterschriften (von oben nach unten):
1. Historisches Gemäuer: die Burgscheune der Burg Stadeck.
2. Der Zollturm an der 11.000-Mägde-Mühle in Stadecken-Elsheim.

Aus der Broschüre "Mitten in Rheinhessen". Kostenlos erhältlich im Rathaus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm oder online.
Text: Bardo Faust
26. Februar 2019

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