Flugzeug in der Nacht. Foto: stock.adobe.com | dushlik

Nachtflüge kräftig verteuern

Im Hessischen Verkehrsministerium wird derzeit der Antrag der Fraport für eine neue Entgeltordnung bearbeitet. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau will Fraport die Entgelte für Nachtflüge nur von 200 auf 300 % erhöhen. Auch in den beiden Nachtrandstunden (22:00 - 23:00 und 05:00 – 06:00) sollen die Gebühren nur von 50 auf 65% pro Flugbewegung steigen. Darüber hinaus fehlen wirkungsvolle Gebühren, mit denen Kurzstreckenflüge vermindert würden.

„Damit wird das Druckmittel Gebühren nicht wirklich zur einer Reduzierung der Nacht- und Kurzstreckenflüge genutzt“, kritisieren Bürgermeister Ralph Spiegler und die 1. Beigeordnete Doris Leininger-Rill. Nach Auffassung der Verbandsgemeinde sollte die Entgelte sich zumindest am Beispiel des Flughafens Hamburg orientieren. Dort werden für Nachtflüge bis zu 500% Zuschlag gefordert. Unterstützt wird von der VG auch die Forderung der Fluglärmkommission, für regelmäßig verspätete Flüge 10.000€ Aufpreis zu verlangen.

Auch 2019 hatten die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Nieder-Olm unter zahlreichen Nachtflügen zu leiden. Nach einer Auswertung der Daten der Fluglärmmessstation Ober-Olm durch den Fluglärmbeauftragten Bernd-Olaf Hagedorn wurden bis Mitte September 108 Nächte mit 150 Nachtflügen zwischen 23:00 und 05:00 Uhr gestört – bei einem Ostwindanteil von 34%.

„Wir fordern den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wasir auf, bei Nacht- und Kurzstreckenflügen kräftig an der Gebührenschraube zu drehen und dem Hamburger Beispiel zu folgen“, unterstreichen Spiegler, Leininger-Rill und Hagedorn.

Text: Bernd-Olaf Hagedorn
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25. September 2019

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