Wandern auf der Hiwweltour. Foto: Dominik Ketz

Tourismus & Naherholung: Besondere Touren mit Lerneffekt

Wer im Sommer sonntags , sagen wir mal, eine Hiwweltour erwandert, oder sich auf den Selztalradweg begibt, der bemerkt schnell zwei Dinge: Zum einen, dass die Verbandsgemeinde Nieder-Olm mitten in der touristischen Aufsteigerregion Rheinhessen liegt und demnach hier einiges gebacken ist in Sachen Tourismus und Naherholung.

Und zweitens, wie schön die Landschaft hier tatsächlich ist, deren Beinamen „Hügelland“ sie mit einigem Recht trägt – zum Beispiel angesichts des Zornheimer Berges, des Essenheimer Hochplateaus, des Höhenzuges von Nieder-Olm nach Stadecken-Elsheim. Schön ist es aber auch im Tal, wenn man entlang der beschaulichen Auen des langsam vor sich hin mäandernden Flüsschens mit dem Fahrrad fährt. Etwa zwischen Sörgenloch und Nieder-Olm. Oder weiter in Richtung Stadecken-Elsheim. Und darüber hinaus, in Richtung Schwabenheim. Das gehört zwar nicht mehr zur VG, aber der Selztalradweg als wichtigster touristischer Themenradweg in der VG und die ihn umgebende Natur ist allemal ein kleiner Abstecher wert. Oder man bewegt sich ein Stück weit weg von der Selz, in Richtung Jugenheim. Weinberge, Felder, Ausblicke – da fühlt man sich schnell wie im Urlaub.

Wandern wird wichtig

Was Radwege angeht, ist die Verbandsgemeinde mittlerweile gut ausgestattet. 110 Kilometer können hierzulande auf sicheren Pfaden per Rad zurückgelegt werden – als Verbindung von Gemeinde zu Gemeinde, aber eben auch aus touristischen Gründen. Und während dieser Teil bereits seit vielen Jahren einiges an Priorität hat, rückt jetzt auch das Thema Wandern weiter in den Vordergrund. Immerhin gibt es 130 Kilometer Wanderwege in der VG Nieder-Olm - einerseits auf kleineren Routen, die sich mit dem Leben und Werk bekannter Persönlichkeiten auseinandersetzen.

Wie etwa der Wilhelm-Holzamer-Wanderweg in Nieder-Olm, der zu Stationen aus den Büchern des Nieder-Olmer Schriftstellers führt. Oder der Adam-Elsheimer-Weg in Stadecken-Elsheim, der an den bekannten Frankfurter Barock-Maler erinnert, dessen familiäre Wurzeln nach Rheinhessen reichen.

Das ist so in Rheinhessen: Rad- und Wanderwege haben meist ein Thema, über das entlang der Routen informiert wird. Beim Radeln eher visuell, zum Beispiel wenn es über die Obstroute geht, die bei Stadecken-Elsheim ein kleines Stück über das Gebiet der Verbandsgemeinde führt. Hier fahren die Radler durch die Obstgärten Rheinhessens rund um Ingelheim und Gau-Algesheim und lernen dabei, welche Vielfalt an Sorten es in der Region gibt.

Auf der Selztal-Terroir-Route kann man Einiges über die Bodenbeschaffenheit der Weinberge lernen. Foto: Dominik Ketz.Neben dem Wein. Der ist dann Thema der drei Selztal-Terroir-Wanderrouten in Jugenheim, Stadecken-Elsheim und Essenheim. 7,8, 6,5 und 5,3 Kilometer sind die Abschnitte lang, die, von den örtlichen Winzern gestaltet, ebenfalls durch optisch wunderbare Abschnitte führen. Zudem gibt es eben auch Infotafeln, die viel über die Böden der Region und ihre Wirkung für den Wein erzählen.

Und dann wären da noch die Hiwwel-Touren: Dahinter verbergen sich mehrere über Rheinhessen verteilte Prädikats-Wander-wege, mit denen die Touristiker auf dem überregionalen Markt punkten. Zwei davon gibt es auf dem Gebiet der  Verbandsgemeinde – in Zornheim und in Stadecken-Elsheim, beide wesentlich gestaltet dank des Engagements der Winzer und Landwirte aus den betreffenden Orten.

Letztere ist knapp zehn Kilometer lang, führt von Stadecken-Elsheim hinauf zur Stadecker-Warte, ein Stück in Richtung Jugenheim, wieder hinunter in die Ebene und entlang des Saubachs zurück ins Dorf. Ein Wingertshäuschen, ein Tisch des Weins, ein großer Pavillon laden unterwegs zu Rast und Ausblick ein. Zudem ist auch hier das Terroir Thema: Kalksandstein und Tonmergel werden an zwei Stellen anhand eines Bodenprofils gezeigt und auf Infotafeln erklärt.

Infotafeln informieren

Wandern mit Aussicht: die Hiwweltour Zornheimer Berg. Foto: Dominik Ketz.Infotafeln informieren auch in Zornheim die Wanderer. An zehn Stellen gibt es Interessantes zu erzählen über die Landschaft, die Natur und den Jubiläumswald zum Beispiel, in dem 200 Bäume zum Jubiläum 200 Jahre Rheinhessen gepflanzt wurden. Gewandert wird 6,8 Kilometer lang vom Lindenplatz in der Ortsmitte aus durch Wiesen, Felder und Obstplantagen in Richtung Hahnheim und Mommenheim, begleitet von tollen Ausblicken in Richtung Frankfurt und Taunus oder übers Selztal hinweg zur Pfalz. Vorbei geht es am Biotop Rohrwiesen, an der ehemaligen Selztalstellung aus dem 1. Weltkrieg und am Ruhkreuz, wo die Zornheimer Winzer einen saisonalenWeinausschank anbieten.

Apropos Ausschank: Es empfiehlt sich, sich vor einer Wanderung oder Radtour in der VG Nieder-Olm darüber zu informieren, wo es was zum Essen und zum Trinken gibt. Denn neben den ständigen Gastronomien hat zumindest in den Sommermonaten immer wieder irgendwo einen Ausschank, eine Straußwirtschaft oder ein Weinfest geöffnet. Die nötige Stärkung nach anstrengenden Touren sollte so kein Problem sein.

Bildunterschriften (von oben nach unten):
1. Wandern auf der Hiwweltour Stadecker Warte. Foto: Dominik Ketz.
2. Auf der Selztal-Terroir-Route kann man Einiges über die Bodenbeschaffenheit der Weinberge lernen. Foto: Dominik Ketz.
3.  Wandern mit Aussicht: die Hiwweltour Zornheimer Berg. Foto: Dominik Ketz.

Aus der Broschüre "Mitten in Rheinhessen". Kostenlos erhältlich im Rathaus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm oder online.
Text: Bardo Faust
22. Februar 2019

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