Flugrouten. Foto: beermedia | fotolia.com

Viel Fluglärm im Jahr 2018

2018 war für die von Fluglärm belasteten Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm ein schlechtes Jahr. Insgesamt 48.187 Überflüge verzeichnete die Messstation Ober-Olm des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD) im vergangenen Jahr. Das bedeutet einen Anstieg um knapp 74% gegenüber dem Jahr 2017, in dem 27.760 Überflüge gezählt wurden. Das ergab die Auswertung der DFLD-Daten, die der Fluglärmbeauftragten Bernd-Olaf Hagedorn jetzt vorgelegt hat.

Gründe für die Steigerung lagen in einem weit überdurchschnittlichen Ostwind-Anteil in 2018 und einer höheren Zahl von Starts und Landungen insgesamt. Der Anteil mit Ostbetrieb lag bei 45,7%. Normal ist ein Wert zwischen 25 und 30% Ostbetrieb. Insgesamt stieg die Zahl der Flugbewegungen in Frankfurt von 467.543 in 2017 auf 504.312 in 2018, so die Zahlen des DFLD. 

Besonders belastend war 2018 auch die hohe Zahl der Nachtflüge zwischen 23:00 und 05:00 Uhr mit 358 Störungen. Im Vorjahr waren es ‚nur‘ 206 Flüge in der Kernnacht. Dazu kamen 2018 noch 3.998 Überflüge während der gesetzlichen Nachtruhe von 22:00 bis 23:00 und 05:00 bis 06:00 Uhr. In 2017 lag die Zahl noch bei 2.596 Störern. 

Eine Auswertung der Stabsstelle Fluglärm der Stadt Frankfurt hat ergeben, dass der Anstieg der Flugbewegungen in hohem Maß in der Anwerbung von Billigfliegern begründet ist. 21.131 Starts und Landungen seien Ryanair und Co zuzuordnen. Weiterhin hoch ist die Zahl der Kurzstreckenflüge unter 500km. 125.639 Flugbewegungen oder 24,9% sind in Frankfurt diesem Segment zuzuordnen. 

„Diese Zahlen zeigen deutlich, wie viel überflüssigen Flugverkehr die Flughafenanwohner zu erleiden haben. Kurzstreckenflüge gehören auf die Bahn und Billigflieger nicht nach Frankfurt. Echte Entlastung von Fluglärm kann es nur geben, wenn die Zahl der Flugbewegungen drastisch sinkt und das Nachtflugverbot auf 22:00 bis 06:00 Uhr ausgedehnt wird“, so Bürgermeister Ralph Spiegler und die 1. Beigeordnete Doris Leininger-Rill. 

Text: Bernd-Olaf Hagedorn
Foto: beermedia | fotolia.com
25. Februar 2019

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