Ärztin, dargestellt als Superheld. Foto: stock.adobe.com | VectorMine

Fieber- und Corona-Ambulanzen – wo liegen die Unterschiede?

Das Corona-Virus bestimmt seit einigen Wochen unseren Alltag. Die Situation ist neu und ungewohnt, es herrscht oftmals Unklarheit, wann sich wohin zu wenden ist, sobald Informationen benötigt werden oder gar Symptome aufkommen. Fieber- und Corona-Ambulanzen helfen den Betroffenen beim Umgang mit dem Virus, erfüllen dabei jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Fieber-Ambulanzen haben die Aufgabe durch das Testen von Rachenabstrichen von Verdachtsfällen den Nachweis der Atemwegserkrankung COVID-19 zu erbringen. Diese sind oftmals in Krankenhäusern eingegliedert, können aber an eigenständige Labore oder Arztpraxen angegliedert sein. Die Fieber-Ambulanz meldet positiv getestete Fälle dann anschließend dem Gesundheitsamt. Ein positiver Laborbefund wird dann an das zuständige Gesundheitsamt weiter gemeldet. Das Gesundheitsamt nimmt dann Kontakt zu dem Erkrankten auf, ordnet Schutzmaßnahmen an und ermittelt Kontaktpersonen um eine weitere Verbreitung einzudämmen. Aufgesucht werden können diese meist als Fieberambulanzen bezeichneten Untersuchungsstellen jedoch nicht einfach so. Ein vorheriger Termin und eine ärztliche Verordnung oder Überweisung sind notwendig. Diese sind über die Hausarztpraxis, den Patientenservice 116117 und die Fieberambulanzhotline des Landes 0800/9900 400 zu erhalten. 

Die Behandlung von Patienten mit respiratorischen Beschwerden und Personen mit Verdacht auf eine Corona-Infektion sowie mit dem Corona-Virus Infizierte findet in Corona-Ambulanzen statt. Niedergelassene Ärzte untersuchen die Erkrankten, verfolgen die Symptomatik, stellen Atteste und Rezepte aus und begleiten und beobachten den Krankheitsverlauf. Hier wird auch entschieden, ob gegebenenfalls eine Einweisung an ein Krankenhaus zur stationären Aufnahme nötig ist. Hausarztpraxen werden somit entlastet. Im Vordergrund steht in den Corona-Ambulanzen die Behandlung der Patienten. Es handelt sich nicht um reine Teststellen. Hausarztpraxen und die Notaufnahmen der Krankenhäuser werden somit entlastet. Für das Aufsuchen einer Conona-Ambulanz ist zwingend eine telefonische Anmeldung erforderlich. 

Im Landkreis Mainz-Bingen sowie in der Stadt Mainz werden derzeit an verschiedenen Standorten Corona-Ambulanzen etabliert. Aufgebaut werden sie gemeinsam von Teams aus freiwilligen Vertragsärzten mit Unterstützung der Städte beziehungsweise Landkreise und der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz. Die Corona-Ambulanz in Mainz nimmt am Montag, 6. April, den Betrieb auf und befindet sich in der Sporthalle „Am Großen Sand“ in der Oberen Kreuzstraße 9-13 in Mainz-Mombach. 

Als Fieber-Ambulanz steht mit Bioscientia in Ingelheim eins der größten Labore mit enormen Kapazitäten in der Region zur Verfügung. Abstriche sind hier unter den oben genannten Bedingungen möglich. Darüber hinaus senden viele Hausärzte der Region Proben an ihr jeweiliges Vertragslabor. Die Laborkapazitäten sind innerhalb weniger Wochen erheblich angestiegen und werden noch weiter ausgebaut. 

Auf der Homepage der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, www.mainz-bingen.de, wird umfassend zum Thema Corona informiert. Bei akuten Symptomen und Verdachtsmomenten ist die vom Land eingerichtete Fieber-Ambulanz-Hotline anzurufen. Unter 0800/9900 400 stehen Experten rund um die Uhr mit einer strukturierten medizinischen Abfrage zu COVID-19 zur Verfügung und helfen gegebenenfalls mit einer zielgerichteten Zuweisung an die Fieberambulanzen. Erster Kontakt sollte zu den üblichen Sprechzeiten immer der Hausarzt sein, außerhalb der Praxisöffnungszeiten und an den Wochenenden stehen den Betroffenen die ärztlichen Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116117 (ohne Vorwahl) zur Verfügung.

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Text: Landkreis Mainz-Bingen
02. April 2020

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