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Lärmaktionsplan – Beschränkungen für Flugbewegungen zum Gesundheitsschutz

Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm hat zum Entwurf des Lärmaktionsplans Hessen (3. Runde), Teilplan Flughafen Frankfurt Main Stellung genommen. Zentral in der Stellungnahme ist die Forderung, dass Flugbewegungen reduziert werden müssen, bis die WHO-Empfehlungswerte für Fluglärm erreicht werden. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes empfiehlt die WHO für den Luftverkehr Werte für den Tag-Abend-Nacht Lärmindex (LDEN) von 45 db(A) LDEN und 40 db(A) LNight für den Nachtfluglärm. Diese Werte werden an der Fluglärmmessstation des Deutschen Fluglärmdienstes (www.dfld.de) in Ober-Olm regelmäßig weit überschritten.

„Der Schutz der Gesundheit vor Fluglärm steht bei uns an aller erster Stelle. Dem müssen sich wirtschaftliche Zielsetzungen unterordnen. Die derzeitige Rechts- und Genehmigungslage für den Frankfurter Flughafen, mit jährlich 701.000 Starts- und Landungen, darf keinesfalls ausgeschöpft werden. Auch der Klimaschutz profitiert von weniger Flugbewegungen“, begründet Bürgermeister Ralph Spiegler.

Spiegler verweist auf die hohe Fluglärmbelastung bei Ostwind durch das Eindrehen und die langen Endanflüge. Zusammen mit der jetzt rechtskräftigen Südumfliegung werden bei Westwind vor allem die Stadt Nieder-Olm, Ober-Olm und Klein-Winternheim an 365 Tagen im Jahr mit Fluglärm belastet.

Weitere Forderungen der VG sind u. a. ein echtes Nachflugverbot von 22:00 bis 06:00 Uhr, ohne die zahlreichen Ausnahmen. Steilere An- und Abflüge müssten dauerhaft durchgeführt werden und nicht nur zu verkehrsarmen Zeiten. Der Frankfurter Fluglärmindex, der auf Hessen beschränkt ist, wird abgelehnt. Die Lärmaktionsplanung muss die ganze Region, die unter Fluglärm leidet, mit einbeziehen. Spiegler, die 1. Beigeordnete, Doris Leininger-Rill und der Fluglärmbeauftragte der VG, Bernd-Olaf Hagedorn, fordern aktuell, dass ein Incentiv-Programm, mit denen neuer Flugverkehr an den Flughafen Frankfurt angelockt bzw. belohnt wird, nicht genehmigt werden darf. 

                                                                                                                                                   7. Oktober 2021 
                                                                                                                                                           Text: BOH
                                                                                                                               Foto: stock.adobe.com | inueng

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