Weihnachts- und Neujahrsgrüße des Bürgermeisters


Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass wir in einer Zeit multipler Krisen leben. Wir werden lernen müssen, sie zu akzeptieren und mit ihnen zu leben, mit ihnen umzugehen. Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch hat es recht treffend beschrieben: „Krise ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“. Nur so können wir unsere eigenen Kräfte schonen und sie für Sinnvolles einsetzen. Die Zeiten sind andere geworden, und unser Zusammenleben im Großen wie auch im Kleinen wird sich verändern. Während wir jahrzehntelang in Frieden zusammenleben konnten und auf vielen Ebenen Wachstum beobachtet haben, werden wir nun lernen müssen, umzudenken und uns in den neuen Lebenssituationen neu zu erfinden.

Fakt ist, dass die Pandemie unsere Gesellschaft nachhaltig verändert hat. Das lässt sich auch nicht mehr umkehren. Und doch haben wir aber alle Möglichkeiten, die verlorenen Bindungen wieder neu aufzubauen oder sogar ganz neue Bindungen zu schaffen.

Eine gute Gelegenheit dafür bot sich im Rahmen unserer Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Verbandsgemeinde in diesem Jahr. Ein ganzes Jahr lang haben wir in jeder Ortsgemeinde gefeiert, neue Beziehungen geknüpft und alte wieder aufleben lassen. Menschen aus Nah und Fern kamen zusammen und genossen die gemeinsame Zeit bei den verschiedensten Veranstaltungen – egal ob Festtag, Funzelnacht, Bürger- und Ehrenamtsfest oder Weihnachtsmarkt. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Den Beginn der Veranstaltungen im Jubiläumsjahr machte die Verbandsgemeinde selbst. Mit einem Tag der offenen Tür im und um das Rathaus bot die Verbandsgemeinde ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein. Neben musikalischer Unterhaltung durch unsere Musikschule hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, mit dem Ordnungsamt eine Rundfahrt durch die Stadt zu drehen, im „Historienzimmer“ hautnah zu erleben, wie Verwaltung vor 50 Jahren funktionierte, sich über Förderprogramme im Klimaschutz, die Arbeit unserer Feuerwehren oder das Angebot unserer Suchtberatungsstelle „Reling“ zu informieren. Bei einem Gläschen Wein, einer Tasse Kaffee oder einem erfrischenden Kaltgetränk war auf dem Rathausplatz viel Gelegenheit, sich in ungezwungener Atmosphäre zu treffen, zu erzählen und sich auszutauschen. Besonders gefreut hat mich, dass dieser Tag von der Bevölkerung so gut angenommen wurde. Trotz des zwischenzeitlich einsetzenden Regen und Sturms, haben die Besucherinnen und Besucher keine Anstalten gemacht, nach Hause zu gehen. Im Gegenteil: Es wurde dem Wetter getrotzt und unter Schirmen und Pavillons weitergefeiert. Alles in allem war es ein Tag, der mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch die darauffolgenden Veranstaltungen wurden allesamt sehr gut angenommen, was mir sehr deutlich gezeigt hat, dass unsere Verbandsgemeinde das Feiern und die Geselligkeit – wofür wir Rheinhessen ja bekannt sind – keineswegs verlernt hat.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war der zweite Klimaschutztag der Verbandsgemeinde. Und bekanntlich ist in Rheinhessen alles, was zum zweiten Mal stattfindet, schon eine Tradition. Dieses Jahr fand die Veranstaltung mit den Schwerpunkten Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Klein-Winternheimer Haybachhalle statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten das Angebot, sich an verschiedenen Informationsständen über Klimaschutz, Energieeffizienz und Sanierung zu informieren und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus gab es Fachvorträge zu den Themen Wärmepumpen, PV-Anlagen, Energiesparen am Haus, Nachhaltig und plastikfrei leben sowie zum Klimawandel in Rheinhessen und der Radinfrastruktur in unserer Region. Die Verbandsgemeinde informierte über lokale Förderprogramme. Auch der Förderpreis „Lebendige Gärten 2023“ wurde im Rahmen des Klimaschutztages verliehen. Eine insgesamt sehr gelungene Veranstaltung, deren Tradition wir im kommenden Jahr aufrechterhalten wollen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir auch in diesem Jahr die Herausforderungen gut gemeistert und uns an neue Umstände angepasst haben. Lassen Sie uns diese Stärke und Flexibilität auch in das kommende Jahr mitnehmen. 2024 wird in politischer Hinsicht ein spannendes Jahr, stehen mit den Kommunalwahlen und der Europawahl am 9. Juni doch richtungsweisende Wahlen an, die uns auch ganz konkret vor Ort betreffen.

Nutzen Sie jetzt aber erst einmal die kommenden Tage, um zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und dankbar für das zu sein, was wir haben. Weihnachten ist eine Zeit der Liebe, des Friedens und der Gemeinschaft. Es ist die Zeit, in der wir uns auf das besinnen, was wirklich zählt: Familie, Freunde und Mitmenschlichkeit. Lassen Sie uns diese Werte in unseren Herzen tragen und sie auch im kommenden Jahr hochhalten.

Ich möchte mich bei Ihnen allen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung bedanken. Als Bürgermeister ist es mir eine Ehre, diese Verbandsgemeinde zu vertreten und für das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten. Ich versichere Ihnen, dass ich auch im kommenden Jahr mein Bestes geben werde, um unsere Verbandsgemeinde weiter voranzubringen.

Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle vor allem an die Mitglieder des Verbandsgemeinderates, die Ortsbürgermeister und die Ortsbürgermeisterin mit ihren Ortsgemeinderäten, den Nieder-Olmer Stadtbürgermeister und seinen Stadtrat sowie an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die auch in diesem Jahr wieder einen tollen Job gemacht haben und die Herausforderungen gut gemeistert haben.

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich auch im Namen der Beigeordneten Doris Leininger-Rill, Klaus Knoblich und Rainer Malkewitz für das kommende Weihnachtsfest alles Gute, Gesundheit und ein besonders erfolgreiches und glückliches Jahr 2024.

Ihr

Ralph Spiegler

Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm